Schach: 400 weitere berühmte Zuge (Teil 5: 1976 bis 1987)

Nach einer längeren Pause mit sehr viel Arbeit dazwischen folgt nun nach einem halben Jahr endlich Teil fünf der Serie „400 weitere berühmte Züge“. Das Einstiegsdiagramm zeigt den jungen Garri Kasparov wenige Monate vor dem Gewinn des Weltmeistertitels bei einem Trainingsmatch gegen Dr. Robert Hübner. Der russische Ausnahmespieler dominierte das Duell praktisch nach Belieben und zeigte seinem Gegner gleich in der ersten Partie auf, wo der Hammer hängt. Wie Kasparov mit Schwarz die gegnerische Stellung ausgehend von dem harmlos anmutenden Diagramm zerfledderte, ist jedenfalls atemberaubend. Nach Kasparovs nächstem Zug soll Hübner vor Schreck zusammengezuckt sein! Den kompletten Beitrag finden Sie unter der Nummer 192.

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Seit dem kampflosen Titelgewinn Anatoli Karpovs nach Fischers Verzicht im Jahre 1975 dominierte der neue Weltmeister das Turniergeschehen in den folgenden zehn Jahren fast nach Belieben. In zwei Matches um die Krone des Weltmeisters, in denen er über den Dissidenten Viktor Korchnoi triumphierte, zementierte Karpov seine Vormachtstellung nicht zuletzt auch mit Hilfe des KGB. Mitte der Achtziger betrat jedoch ein aufstrebendes Talent mit unaufhaltsamer Energie die internationale Schachbühne und entthronte schließlich den als nahezu unbesiegbar geltenden Weltmeister Anatoli Karpov. Spätestens mit Garri Kasparovs Triumph war die Epoche der legendären K&K-Weltmeisterschaftskämpfe geboren. Diese beiden Spieler duellierten sich von 1984 bis 1990 in nicht weniger als fünf Matches um die Schachkrone und prägten so das internationale Schachgeschehen über Jahre hinweg.

Ich hoffe, auch für Sie ist in diesen trüben Corona-Zeiten etwas Zeit nach Weihnachten, sich mal wieder von der Schönheit des Schachspiels inspirieren zu lassen. Viel Spaß dabei!

 

 

161. Uhlmann – Liebert, Gröditz 1976
Stellung nach dem 25. Zug von Weiß

Natürlich waren bei diesem Duell die Rollen klar verteilt, zumal Großmeister Wolfgang Uhlmann gegen den Internationalen Meister Heinz Liebert auch noch die weißen Steine führte. Der stärkste Spieler der DDR hatte aber wahrlich einen schwachen Tag erwischt, was seinem Gegner gestattete, die Partie seines Lebens zu spielen. Schwarz krönte hier seine Strategie mit der Wendung 25… Td8xd2!!. Da die weiße Dame das Feld f3 gedeckt halten muss, setzte Uhlmann natürlich mit 26. Lc1xd2 fort, worauf der Zug 26… Se6-g5!! die Angelegenheit bereinigte. Das Nehmen des Springers würde 27… De2-f3 mit Matt gestatten, doch auch 27. h2-h4 Sg5-f3+ würde Weiß Haus und Hof kosten. Uhlmann erkannte – ganz Gentleman – die Größe der schwarzen Kombination an und ließ das beabsichtigte Matt nach 27. De3xe2 Sg5-h3# zu.

 

162. Vaganian – Wl. Schmidt, Jerewan 1976
Stellung nach dem 35. Zug von Schwarz

Der armenische Großmeister Rafael Vaganian hatte bereits etliche Züge lang hin und her laviert, ohne dabei etwas Nennenswertes zu erreichen. Von dem Wunsch beseelt, seinen schwächer eingestuften Gegner natürlich besiegen zu wollen, ging er hier aufs Ganze und spielte ein Opfer mit ungeheuer langfristiger Komepnsation. Er riskierte hier das verblüffende 36. Db3xd5!! und baute dabei vor allem auf die dominante Position seiner Figuren. Nach 36… c6xd5 37. Tc2xc7 wählte Schwarz 37… De7-f6 und konnte von Glück sagen, dass sich Weiß hier fortan verkünstelte. Anstelle des natürlichen 38. Tc7xf7+ Df6xf7 39. Se5xf7 Kg7xf7 40. Tc1-c5 wählte Weiß das gekünstelte 38. Se5-d7?! Df6-a6 39. Sd3-c5, was Schwarz nach 39… Da6-e2 eigentlich ausreichendes Gegenspiel einräumte. Vaganian siegte dennoch im 47. Zug.

 

163. Westerinen – Sigurjonsson, New York 1977
Stellung nach dem 24. Zug von Schwarz

„Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!“ Stellungen, in denen beide Könige schlecht stehen, werden meist dadurch entschieden, wessen Angriff zuerst durchdringt. Allerdings scheint der schwarze König hier gar nicht so schlecht zu stehen, oder? Weiß setzte hier aber mit dem grandiosen Zug 25. Dd7xg7+!! fort und präsentierte nach 25… Kg8xg7 die eigentliche Pointe in Form des unerwarteten 26. Lg5-d8+!, was viel stärker als der Rückzug nach c1 ist. Die einzige Antwort, die nun kein einzügiges Matt mit dem Läufer auf h5 oder dem Turm auf h3 zulässt, ist 26… Kg7-h8. Darauf folgte jedoch 27. Tg3-g8+!! Tf8xg8 28. Ld8-f6+, woraufhin sich der schwarzfeldrige Läufer zu einem echten Vielfraß entwickelte, der nacheinander Turm, Springer und Dame schlagen konnte: nach 28… Tg8-g7 29. Lf6xg7+ Kh8-g8 30. Lg7xd4+ Kg8-f7 31. Tg1-f1+ Kf7-e7 32. Ld4xb2 hat sich der Pulverdampf gelichtet. Weiß verbleibt mit einer Mehrfigur, weshalb Schwarz aufgab.

 

164. Schussler – Rantanen, Stockholm 1977
Stellung nach dem 25. Zug von Schwarz

Was soll Weiß in dieser sinnverwirrenden Stellung tun? Da seine Dame mit Schach hängt, ist die Auswahl nicht sonderlich groß. Schnell wird außerdem klar, dass das Nehmen auf b7 wegen des Springerschachs auf g4 und dem folgenden Nehmen auf e1 ausscheidet. Vermutlich rechnete Schwarz hier nur mit 26. Dg4-h3?, was nach 26… Db7xd7 27. Dh3xd7 Te7xe1 zu einer ziemlich unklaren Stellung führen würde. Mit dem verblüffenden 26. Dg4xg7+!! drehte Weiß den Spieß jedoch um: nach 26… Kh8xg7 27. Td7xb7 profitierte Weiß nun von der entstandenen Kreuzfesselung, die indirekt den Turm auf e1 gedeckt hält. Unabhängig von der schwarzen Antwort hat Weiß nun einen Mehrbauer, die stärkere Leichtfigur und die bessere Bauernsturktur. Nach ein paar weiteren schwachen Zügen von Schwarz siegte Weiß bereits vier Züge später.

 

165. Wl. Schmidt – Kuligowski, Warschau 1978
Stellung nach dem 12. Zug von Weiß

Weiß hat auf Kosten der Entwicklung einen Bauer eingesackt, doch es scheint nicht so, als könnte Schwarz dies erfolgreich bestrafen. Mit Hilfe des kraftvollen Konters 12… Lc8-h3!!, was ein wichtiges Tempo für die Räumung der schwarzen Grundreihe gewinnt, zwang der Nachziehende seinen Gegner jedoch zu äußerst genauer Verteidigung. Weiß reagierte zunächst richtig mit 13. Lg2xh3 Ta8-e8 14. De3-g5 Te8-e5 15. Sd5-f6+ Kg8-h8 16. Dg5-h4 g7xf6, hätte aber in dieser Stellung auf keinen Fall nur wegen des hängenden Bauern auf f6 seine Dame von der wichtigen 4. Reihe abziehen dürfen, von wo aus sie noch etwas zur Verteidigung beitragen kann. Mit dem ausgesprochen kaltblütigen und kaum zu findenden 17. a2-a3! hätte Weiß noch erfolgreich kämpfen können, doch nach 17. Dh4xf6+? Kh8-g8 18. Lh3-f5 Sc5-e6 konnte er dem schwarzen Angriff nicht lange standhalten. Zu aktiv standen die schwarzen Figuren und zu unsicher der weiße König – Schwarz sackte den vollen Punkt im 27. Zug ein.

 

166. Zeitlin – Monin, Sowjetunion 1978
Stellung nach dem 12. Zug von Weiß

In der Französischen Verteidigung sind ungewöhnliche Königsmanöver gar nicht so selten, da in besonders blockierten Stellungen wie dieser der Faktor Zeit keine so große Rolle spielt und langwierige Manöver oft an der Tagesordnung sind. Das vom Nachziehenden ersonnene Manöver dürfte Weiß allerdings kaum geahnt haben, denn Schwarz zog hier 12… Dd8-a8!! und leitete damit ein Manöver ein, das höchst kreativ und für meine Begriffe auch stark ist. In Stellungen wie diesen sehen die Engines Weiß sowieso nach allen schwarzen Zügen teils deutlich vorne, bieten aber auch keinen nennenswerten Plan zur Vergrößerung dieses Vorteils an. Jedenfalls spielte Weiß für meine Begriffe in der Folge recht planlose und alibihafte Züge, die den schwarzen Plan nicht ernsthaft auf die Probe zu stellen vermochten und somit seine Umsetzung nie gefährdeten: nach 13. h4-h5 Ke8-d8 14. Sb3-c1 Kd8-c8 15. Sc1-d3 Kc8-b7 16. Le3-d2 Da8-f8 17. Ke1-f1 Ta6-a8 hatte Schwarz seine Stellung sinnvoll verstärkt.
Weiß wäre wohl besser beraten gewesen, einen raschen Durchbruch mit c3-c4 anzustreben. Es ist wahr, dass Schwarz nach dem Tausch auf c4 einen Springer über b4 nach d5 überführen könnte, aber auch das dann zugängliche Feld e4 würde sich im Gegenzug für einen weißen Springer nützlich erweisen.
So oder so ändert dies jedoch nichts an der faszinierenden Eingebung des Nachziehenden, wie der Knoten in der schwarzen Stellung erfolgreich zu entwirren ist.

 

167. Mikhalschischin – Taborov, Daugavpils 1978
Stellung nach dem 19. Zug von Schwarz

Je länger man sich in diese Stellung vertieft, desto mehr stellt man fest, dass Weiß keineswegs so gut steht wie es zunächst den Anschein haben mag. Auf das naheliegende 20. Dh5-g4 würde Schwarz mit 20… d6xe5! 21. Ld4-e3 (oder 21. Ld4xe5 Le7xg5) 21… Dd8-c8! 22. Dg4-h4 d5xe4 und guter Stellung fortsetzen, da er nach 23. Ld3xe4 f7-f5! die Initiative samt Mehrbauer übernimmt.

Konfrontiert mit diesen unerfreulichen Aussichten setzte Weiß alles auf eine Karte und zog völlig überraschend 20. Dh5xh7+!! mit keineswegs schlechten praktischen Chancen. Nach 20… Kg8xh7 21. Tf3-h3+ Kh7-g8 22. e5xd6 f7-f6 packte Weiß den nächsten Hammer in Form von 23. e4-e5!! aus. Obwohl Schwarz die stärkste Fortsetzung 23… Le7xd6! fand, verließ ihn nach 24. e5xf6!? (stärker war das Nehmen auf d6) offenbar so sehr der Mut, dass er in Zeitnot nach den weiteren Zügen 24… Tf8-f7! 25. Th3-h6! das Dauerschach nach 25… Lc6-e8?! zuließ. Er hätte stattdessen mit 25… Ld6-f8 26. Th6xg6+ Kg8-h8 27. Te1-e7! Lc6-e8! 28. Ld3-f5! Dd8-c8!! fortsetzen können, da der weiße Turm 29. Lf5xc8 Ta8xc8 30. Te7-e6 Kh8-h7 auf g6 verheddert ist und die Variante 31. Tg6-g7+ Lf8xg7 32. f6xg7 Tf7xg7 33. Ld4xg7 Kh7xg7 Schwarz fast schon entscheidenden Vorteil gäbe. Wer soll allerdings bei knapper Bedenkzeit ein solches Damenopfer finden?!

Da mutet die Punkteteilung nach Dauerschach wie ein salomonisches Ergebnis an, oder? Ein Damenopfer mit solch unklaren Konsequenzen sieht man auch nicht alle Tage!

 

168. Pachman – Timman, Genf 1977
Stellung nach dem 40. Zug von Weiß

Einen selten schönen, aber objektiv leider gar nicht so starken Zug spielte Jan Timman in dieser Stellung, als er Ludek Pachman die Riposte 40… Db4-e1!? präsentierte. Zu Pachmans Glück war seine Antwort der 41. Zug, so dass er in Ruhe nachdenken konnte. Das Schlagen der hängenden Dame wäre in der Tat schlecht, da nach 41… Th3xg3+ der Zug 42. Kf3-e4?? wegen 42… f7-f5+ mit Matt im nächsten Zug ausscheidet und andere Züge auch ihre offensichtlichen Mängel haben. Der Anziehende behielt aber die Nerven und erreichte nach dem kaum weniger sehenswerten Desperado 41. Dd3xg6+! h7xg6 42. Tg1xe1 Th3xg3+ 43. Kf3-f2 Tg3xb3 letztlich den Remishafen im 58. Zug.
Allerdings will der Computer in der Diagrammstellung viel nüchterner 40… Th3-h2 ziehen und sieht Schwarz danach deutlich im Vorteil – ein Urteil, das für Menschen allerdings erst nach genauerer Analyse zu erhellen scheint.

 

169. Liu Wenzhe – Donner, Buenos Aires 1978
Stellung nach dem 15. Zug von Schwarz

Seit Ding Lirens irrem Sieg gegen Jinshi Bai (Beitrag Nr. 61 in 100 berühmte Turmzüge) gibt es praktisch zwei Partien, die das Attribut der „Chinesischen Unsterblichen“ tragen. Der erste Titelträger in dieser Rubrik ist die vorliegende Partie, die der chinesische Weißspieler hier sehenswert mit 16. Dh7xg6+!! Kf7xg6 17. Le2-h5+ Kg6-h7 18. Lh5-f7+ Lg7-h6 19. g5-g6+! Kh7-g7 20. Lc1xh6+ und unausweichlichem Matt krönte. So dürfte der starke niederländische Großmeister Jan Hein Donner auch nur selten vorgeführt worden sein!

 

170. Uhlmann – Bellon, Bukarest 1978
Stellung nach dem 20. Zug von Schwarz

Trotz einer Minusqualität in dieser Stellung dachte Wolfgan Uhlmann nicht daran, hier etwa seinen angegriffenen Läufer zu ziehen und Schwarz damit die Zeit für das Schlagen auf d6 zu geben. Er baute stattdessen auf die Kraft seiner Freibauern und steckte mit 21. d6xc7!! sogar noch weiteres Material in seinen Angriff. Nach 21… g5xf4 22. d5-d6 f4-f3 23. Tb1-c1! Sc5-d7 zeigte sich, dass Schwarz keine ausreichend erfolgreiche Blockade der Freibauern würde etablieren können: 24. Lf1-b5 Sd7-b6 25. d6-d7 Kk8-g7 26. Lb5-c6 Ta8-d8 27. c7xd8=D gestattete es Weiß, mit 27… Tf8xd8 28. Tc1-e1! einen seiner Freibauern zu behalten, der Schwarz komplett lähmt. Wegen der Spießdrohung auf d1 kann der schwarze Springer nicht auf d7 nehmen. Bellon gab zwei Züge später auf. 

 

171. Timman – Karpov, Montreal 1979
Stellung nach dem 15. Zug von Weiß

Es ist davon auszugehen, dass Jan Timman den Opferzug des Weltmeisters 15… Sg4xh2! auf dem Schirm hatte. Da die Annahme des Opfers nach dem Damenschach auf h4 einen unparierbaren Angriff nach sich ziehen würde, hatte der Niederländer eine andere Verteidigung ausgeheckt. Diese bestand nicht etwa in 16. Dc1-c3? wegen 16… Tb8xb2! mit klarem Gewinn, sonern in dem Ablenkungszug 16. c4-c5. Der schwarze Läufer muss natürlich auf d6 verharren, da die in die Wege geleitete Kombination ansonsten scheitern würde. Karpov setzte jedoch ungerührt die Abwicklung fort mit 16… Sh2xf1 17. c5xd6 Sf1xg3!, was die eigentliche Pointe darstellt und die weißen Pläne durchkreuzt. Aufgrund der Gabeldrohung auf e2 kann Weiß nicht die schwarze Dame schlagen, doch nach dem erzwungenen 18. f2xg3 De7xd6 mit Beseitigung des schwarzen Vielfraß-Springers war der Bauernschutz um den weißen Monarchen herum nur noch ein Torso. Objektiv steht Weiß bereits auf Verlust – Karpov gewann dreizehn Züge später.

 

172. Pokojowczyk – Timoschtschenko, Polanica Zdroj 1979
Stellung nach dem 22. Zug von Weiß

In dieser hochkomplexen Stellung hat Weiß derzeit eine Figur weniger, aber so schlecht seine Chancen auf den ersten Blick gar nicht zu stehen: immerhin hängen zwei schwarze Figuren, und der weiße König scheint hinreichend sicher zu stehen. Gennadi Timoschchenko, Trainer eines gewissen Garri Kasparov in den frühen 1980er-Jahren, packte hier allerdings 22… Le7-f6!! aus. Der Sinn des zunächst zweckfrei anmutenden Zuges besteht darin, die Verbindung der weißen Dame zum Feld g7 zu unterbrechen, wenn der weiße Bauer auf f6 zugreifen sollte. In diesem Fall könnte dann der schwarze Springer eine Gabel auf f3 drohen, wobei ein auf g7 auftauchender weißer Turm absolut harmlos wäre. Der Springerzug droht aber so und so – wenn Weiß auf e5 zugreift, dann zementiert Schwarz seine Stellung mit dem traumhaften Läufer auf e5 und steht bereit, sich mit seinem Turm anschließend auf b2 zu bedienen. Der Anziehende versuchte daher noch 23. c2xb3, aber nach 23… Dc7-c1+ 24. Kd1-e2 Se5-f3! 25. Dd4-b4 Tc8-e8! 26. Ke2xf3 bediente sich Schwarz einfach auf f1 und fuhr die Partie nach 26… Dc1xf1+ 27. Ld4-f2 Df1-h1! drei Züge später sicher nach Hause, da der weiße König zu exponiert steht. 

 

173. Ljubojevic – Larsen, London 1980
Stellung nach dem 24. Zug von Weiß

Der dänische Weltklassegroßmeister war für seine verrückten Ideen und ersann auch in dieser Stellung ein ungewöhnliches Verteidigungskonzept. Er zog hier das antipositionell anmutende 24… g6xh5!!, das bei genauer Betrachtung durchaus Sinn macht. Nicht nur wird es dem Anziehenden nicht gestattet, die h-Linie direkt zu öffnen, sondern auch die Rückeroberung des Bauern erweist sich als gar nicht so leicht zu bewerkstelligende Angelegenheit. Das sofortige Nehmen auf h5 zöge beispielsweise einen auf e4 auftauchenden schwarzen Läufer nach sich, der gleichzeitig Druck gegen c2 ausüben und den wunden Punkt h7 zuverlässig überdecken würde – eine Option, die für Weiß also nicht infrage kommt. Stattdessen deckte Ljubojevic den e-Bauer mit 25. Lh3-g2, doch nach 25… Se5-g4? nutzte Larsen das dynamische Potential seiner Stellung scheinbar voll aus (stärker war 25… h5-h4! mit der Idee 26. Tf1-h1 Se5-g6). Nach Ljubojevics Antwort 26. De2-d2! Dc7-a5 hätte Weiß allrdings laut Engine mit 27. Sa4-b2! entscheidenden Vorteil erlangen können, doch der jugoslawische Großmeister revanchierte sich stattdessen mit dem naheliegenden 27. Tf1-h1?, was es Larsen gestattete, seine Idee mit 27… h7-h6!! zu demonstrieren, wonach tatsächlich eine höchst unklare Stellung entsteht. Die Partie ging weiter mit 28. e4-e5!?, obwohl auch 28. g5xh6 Lf8xh6 29. Dd2-e1 Tb5-g5 durchaus auch eine Option dargestellt hätte. Unabhängig vom Ergebnis (Larsen siegte im 41. Zug) beeindruckt das Konzept des Nachziehenden, freiwillig seinen Königsflügel so aufzureißen, was im Sizilianer nicht gerade eine gewöhnliche Strategie darstellt.  

 

174. Zaichik – Psakhis, Riga 1980
Stellung nach dem 24. Zug von Weiß

In dieser Stellung hat Schwarz zwar eine Qualität mehr, aber die meisten Spieler würden hier angesichts kräftiger Drohungen wie 25. Sd4-c6 oder 25. Td6xe6 nebst 26. Le5xb8 vermutlich dennoch lieber mit den weißen Steinen spielen, zumal die erstgenannte Drohung nicht nur eine Gabel darstellt, sondern auch die Verteidigung des schwarzfeldrigen Läufers überlasten würde. Dank seiner immensen Spielstärke (im Jahre 1982 stand er auf Rang 7 der Weltrangliste) fand Psakhis hier den einzig guten, völlig absurd anmutenden Zug 24… f7-f6!!, der die Drohung gegen e6 noch zu verstärken scheint. Nach dem erzwungenen 25. Td6xe6 f6xe5 lag die Beweislast jedoch bei Weiß: er muss sich nun entscheiden, ob er das schwarze Gegenspiel eindämmen oder zulassen soll. Objektiv hätte sich Weiß hier auf 26. Te6xe7 Tf8xf1+ 27. Kh1-h2 Lg5-f4 28. Te7xe5! einlassen sollen. Entweder übersah er in seinen Berechnungen den letzten Zug der Variante oder er konnte wegen des Schocks keinen klaren Gedanken mehr fassen. Er favorisierte stattdessen nämlich das deutlich schwächere 26. Lf1-e2?! und hatte nach 26… De7-d8 keine ausreichende Kompensation. Lev Psakhis führte die Partie im 34. Zug zum Sieg.

 

175. Mahia – Quinteros, Buenos Aires 1980
Stellung nach dem 23. Zug von Schwarz

In dieser Stellung düpierte der Internationale Meister Gustavo Mahia seinen favorisierten Landsmann, Großmeister Miguel Quinteros, mit einem faszinierenden Zug, der einem auch erst einmal in den Sinn kommen muss. Über der schwarzen Königsfestung hat sich bereits ein ordentlicher Sturm zusammengebraut, doch immerhin hat Schwarz zwei Figuren mehr und kann zudem bei der Verteidigung scheinbar auf die weiße Grundreihenschwäche bauen. Den Anziehenden kümmerte dies jedoch alles wenig – er setzte hier fort mit 24. Lh5-g6!! und allen möglichen Mattdrohungen. Der einzige Zug ist 24… De4xg6, doch nach 25. Tg3xg6 kann der Nachziehende nicht einmal zurückschlagen. Er hat zwar drei Figuren für die Dame, doch seinem König ist angesichts deren Passivität nicht zu helfen. Weiß droht einfach, seinen Turm über g3 nach h3 zu überführen, weshalb Schwarz noch 25… Sc6-e7 versuchte, aber daraufhin von dem kräftigen 26. Tf1xf7!! Kg8xf7 27. g7-g8=D+ Se7xg8 28. Dh6xh7+ mit Matt niedergestreckt wurde.

 

176. Polugajewsky – Korchnoi, Kandidaten-Halbfinale, 12. Partie, Buenos Aires 1980
Stellung nach dem 24. Zug von Schwarz

Die gut gelüftete Stellung des schwarzen Königs sollte einigen Anlass zur Sorge geben, doch wie genau soll Weiß diesen Umstand ausbeuten? Die Durchschlagskraft des weißen Angriffs scheit ungenügend, und alle Arten des Nehmens auf e5 versprechen nicht sonderlich viel. Polugajewsky hauchte seinem Angriff hier jedoch neues Leben ein, indem er 25. Td1-d7!! spielte. Es erhob sich nur die Frage, ob die Attacke nach dem forcierten Abspiel 25… De7xd7 26. De3xe5+ Kg7-f7 einen ganzen Turm rechtfertigen würde. Auf diese Frage gab der Anziehende eine recht überzeugende Antwort, selbst wenn er nicht so fortsetzte wie es die heutigen Engines mit dem sofortigen 27. Ta1-e1! empfehlen. Auch 27. De5-f6+ Kf7-g8 28. Df6-g5+ Kg8-f7 29. Ta1-e1! reichte letztlich zum Sieg aus, weil Schwarz nun mit 29… Dd7-e6 seine Dame preisgeben musste. Mit der ihm eigenen Zähigket wehrte sich Korchnoi allerdings noch bis zum 73. Zug.

 

177. Filguth – Madero, Mexico City 1980
Stellung nach dem 18. Zug von Schwarz

In diesem Partiefragment von der Teamweltmeisterschaft der Junioren spielte Weiß das erstaunliche 19. De4-h1!!, woraufhin Schwarz bereits die Waffen streckte. Damenzüge ins Eck sind ohnehin recht selten, doch so kraftvoll wie dieses Exemplar sind nur die allerwenigsten! Auf das erzwungen 19… Df5-f6 würde 20. Lf4-g5!! folgen. Im Falle von 20… h6xg5 21. h4xg5 würde gleichzeitig die schwarze Dame hängen und Matt auf h7 drohen, während nach anderen Alternativen im 20. Zug die Dame einfach verloren ginge.

 

178. Tisdall – Lee, London 1981
Stellung nach dem 14. Zug von Schwarz

Die auf den ersten Blick gar nicht so leicht zu klärende Frage, ob Weiß hier genug für seine ins Geschäft gesteckte Figur hat, beantwortete Weiß überzeugend mit einem der irrsinnigsten stillen Züge, die ich je gesehen habe. Er spielte hier das stoische 15. e5-e6!!, was Schwarz tatsächlich vor unlösbare Probleme stellt. Das Schlagen des kecken Eindringlings mit einem Bauer würde sofortiges Matt gestatten, während das Nehmen mit der Dame in eine tödliche Fesselung auf der e-Linie liefe. Schwarz kann aber auch nicht 15… Dg6xg7 spielen, da er nach 16. e6xd7+ immer mattgesetzt wird, zum Beispiel: 16… Sb8xd7 17. Th1-e1+ Dg7-e5 18. Te1xe5+ Sd7xe5 19. Td1-d8#. Da Schwarz keine Lust hatte auf dieses Mattbild, das stark an Morphy berühmte Opernpartie von 1858 erinnert, wählte er 15… d7-d5. Nach 16. Td1xd5 Sb8-c6 17. e6-e7! Sc6xe7 18. Td5-d8+! musste er jedoch aufgeben, da sein König rasch im Kreuzfeuer der weißen Figuren erlegt wird.

 

179. Garcia Palermo – Vera, Havanna 1981
Stellung nach dem 25. Zug von Weiß

Die schwarze Bauernlawine am Damenflügel sieht bedrohlich aus, doch der Weg, das Meiste daraus zu machen, ist schon beeindruckend: nach dem dreisten 25… b4-b3!!, was nicht weniger als beide Türme hergibt, erzwingt Schwarz den Sieg am schnellsten. Es folgte 26. Td4xa4 b3-b2 27. Ta4-a8+. Anstatt nun die Komplikationen, die nach dem Schlagen auf c7 wegen des Läuferschachs auf f4 möglich sind, genau berechnen zu müssen, wählte Reynaldo Vera das weitaus pragmatischere 27… Kc8-d7 28. Ta8xh8 Kd7-e7! und stellte Weiß damit vor unlösbare Probleme. Nach 29. Lg2-f1 umschiffte Schwarz die letzte Falle und nahm nicht auf a1 (was ein zweizügiges Matt nach dem Läuferschach auf a3 zur Folge gehabt hätte), sondern setzte fort mit 29… Sf6-d5 und errang vier Züge später den Sieg. 

 

180. Christiansen – Portisch, Linares 1981
Stellung nach dem 27. Zug von Schwarz

Dass Weiß in dieser Stellung deutlich überlegen steht, ist nicht so schwer zu sehen. Die meisten Spieler hätten sich hier wohl mit 28. Lb4xc5 b6xc5 29. Dd5-e4 zufrieden gegeben, doch nach 29… Dc8-e8 30. De4xh7 De8-e5! kann Schwarz noch kämpfen.
Der US-amerikanische Großmeister sah jedoch keinen Grund, seinen schwarzfeldrigen Läufer sofort herzugeben, denn wenn Not am Manne wäre, ließe sich der Tausch jederzeit einstreuen. In manchen Varianten hingegen macht es auch Sinn, den Läufer zu behalten. Daher spielte Christiansen den schockierenden Zug 28. Dd5-e4!! einfach ohne den eingestreuten Tausch! Was zunächst wie ein Einsteller aussieht, ist in Wirklichkeit der stärkste Zug: die Dame kann wegen des tödlichen Abzugsschachs natürlich nicht genommen werden, doch von e4 aus behält sie die meisten Felder im Blick und stellt allerlei unangenehme Drohungen auf. Vermutlich wäre die oben angedeutete Verteidigung wieder die beste für Schwarz gewesen – nur eben mit dem für Weiß günstigen Unterschied, dass er seinen schwarzfeldrigen Läufer behalten konnte. Der sicherlich vollkommen schockierte und zudem in Zeitnot befindliche Lajos Portisch spielte hier stattdessen 28… Kf8-f7? und ließ auf 29. De4-e7+ auch noch 29… Kf7-g6? folgen, was nach 30. h4-h5+ in ein forciertes Matt läuft. Nach 30… Kg6xh5 31. De7-f7+ (noch stärker war das Nehmen auf g7) gab Schwarz folgerichtig auf.

 

181. Hort – Chandler, Wijk aan Zee 1982
Stellung nach dem 24. Zug von Schwarz

Der bekannte tschechische Großmeister Vlastimil Hort krönte hier eine seiner besten Partien mit einem sehenswerten stillen Zug. Obwohl drei seiner Figuren gleichzeitig hängen, kann Weiß hier 25. h5-h6!! spielen, was Schwarz zur sofortigen Aufgabe veranlasste. Da ein einzügiges Matt auf g7 und gleichzeitig ein zweizügiges auf h7 droht, ist die schwarze Verteidigung überrumpelt.

 

182. Polugajewsky – Ftacnik, Luzern 1982
Stellung nach dem 25. Zug von Weiß

Der slowakische Großmeister Lubomir Ftacnik zauberte in dieser Partie eines der bekanntesten Duelle von der Schacholympiade 1982 in Luzern aufs Brett. Verlockend erscheint 25… Df4-g3?, doch nach 26. Lg2xb7! könnte die weiße Dame das Schachgebot auf h3 plötzlich entkräften, indem sie dazwischen zieht. Die Idee ist allerdings korrekt, weshalb der Nachziehende die ganze Operation mit 25… Sf6-h5!! einleitete. Angesichts der tödlichen Drohung auf g3 musste Polugajewsky mit 26. De2xh5 fortsetzen, doch nun ist die Idee 26… Df4-g3! mit zwei Mattdrohungen möglich und ungleich stärker. Der Anziehende versuchte noch, unter Preisgabe des gewonnenen Materials die tödliche Diagonale mit 27. Sc3-d5 zu schließen, doch nach dem sehenswerten Finale 27… Td8xd5! 28. Td1-f1 Dg3xg2+!! 29. Kh1xg2 Td5-d2+ musste Weiß die Waffen strecken, da ihn die tödlichen Schachgebote von g2 und f8 aus ereilen werden.

 

183. Karpov – Nunn, London 1982
Stellung nach dem 45. Zug von Schwarz

Kein anderer Spieler der Schachgeschichte verstand es, auf derart unnachahmliche Weise wie Anatoli Karpov die Wirkung aller Figuren zu optimieren und seine Gegner selbst auf engstem Raum auszumanövrieren. Ein besonders beeindruckendes Beispiel dafür sehen wir hier. Zunächst verbesserte der Weltmeister seine letzte noch untätige Figur mit 46. Kh3-g4! und entkräftete damit gleichzeitig die Drohung 46… Te5xd5 47. c4xd5 Tc8-c3. Er setzte dann auf 46… Kh8-h7 fort mit 47. Tg5-g6 Df6-f8 48. De3-g5! und drohte dadurch 49. Tg6xh6+ nebst 50. Dg5-g6+ mit Gewinn. Nunn sah keinen anderen Ausweg als das geistreiche 48… Df8xf5+ 49. Dg5xf5 Te5xf5, doch seine Hoffnung auf 50. Kg4xf5? Tc8-f8+ durchkreuzte Karpov mit 50. Tg6xg7+! und Gewinn.

 

184. Kengis – Gufeld, Moskau 1983
Stellung nach dem 45. Zug von Schwarz

Dank seines mächtigen d-Bauern, der kurz vor der Umwandlung steht, scheint Schwarz ein mächtiges Faustpfand für genügend Gegenspiel zu besitzen. Die meisten Spieler hätten hier wohl über einen Zug wie 46. Tc8-d8 nachgedacht, aber der lettische Großmeister Edvins Kveins entkorkte hier stattdessen das verblüffende 46. Df5-e6!!. Der Zug stellt eine zweizügige Mattdrohung auf und verhindert so temporär die Umwandlung des schwarzen Bauern. Außerdem darf wegen derselben Drohung die hängende Dame auch nicht geschlagen werden. Großmeister Eduard Gufeld setzte daher mit 46… Tc5xc8 47. Sg6-e7+ Kg8-h7 fort, doch nach 48. De6xf7 musste er zunächst der Mattdrohung auf g8 Rechnung tragen. Daher folgte 48… Sf8-e6, doch nach 49. Se7xc8 d2-d1=D 50. Sc8-e7! (lenkt die schwarze Dame von h5 ab) musste Gufeld einsehen, dass seine Stellung nach 50… Dd1-d8 51. Df7xe6 verloren ist. Fünf Züge gab er auf. 

 

185. I. Ivanov – Zaltsman, New York 1983
Stellung nach dem 31. Zug von Schwarz

Sicherlich hatte Schwarz in dieser Stellung nur mit dem offensichtlichen 32. Sf5-g7 gerechnet, woraufhin die Stellung laut Engine nach 32… Dd8-a5 33. Dg6-g3 etwa im Gleichgewicht bliebe. Stattdessen erhöhte der Weißspieler den Einsatz drastisch, indem er hier mit 32. h4-h5!! fortsetzte und Schwarz einlud, das positionelle Übergewicht des Weißen um den Preis weiterer materieller Einbußen für den Anziehenden auszubauen. Stockfish möchte hier das Opfer am ehesten mit 32… c4-c3! 33. b2xc3 Dd8-c8! ablehnen, doch selbst in diesem Fall behielte Weiß nach 34. Sf5-g7 Dc8xc3 35. Dg6-g3 brauchbare Gegenchancen. Schwarz wollte aber die Korrektheit des Opfers mit 32… Tg8xg6 33. h5xg6 beweisen und steht vermutlich sogar leicht besser danach. Allerdings lässt sich die weiße Stellung viel einfacher spielen – und die anstehende Zeitnot tat nun ihr Übriges. Nach 33… Dd8-d7?? hätte Weiß bereits mit 34. g6-g7+! sofort den Sack zumachen können, aber er wählte stattdessen 34. e3-e4?, worauf 34… Th7-h5! nun für Schwarz gewonnen hätte. Zaltsman antwortete jedoch 34… d5xe4??, worauf 35. g6-g7+! wieder gewonnen hätte. Nach 35. Lg2xe4? war die Stellung hingegen kurzzeitig wieder im Gleichgewicht, doch nach weiteren Zeitnotabenteuern auf beiden Seiten siegte Weiß im 44. Zug.

Schwarz hätte im 33. Zug mit 33…. Th7-h5 fortsetzen können, worauf die sehr schöne Variante 34. g6-g7+ Kh8-h7 35. f6-f7 Th5xf5 36. g7-g8=D+ Dd8xg8 37. f7xg8=D+ Kh7xg8 38. Lg2xd5+ Weiß immer noch ein paar Schwierigkeiten bereitet hätte. All dies jedoch ohne Computerhilfe in Zeitnot zu sehen scheint mir praktisch unmöglich – insofern ziehe ich den Hut vor der Risikofreude des Weißen, eine solch absurde Entscheidung zu treffen und trotz zweier Qualitäten weniger auch noch die Dame preiszugeben!

 

186. Karpov – Chandler, London 1984
Stellung nach dem 19. Zug von Schwarz

Scheinbar hat Schwarz eine gute Stellung, da Abwicklungen wie 20. Sf4xd3? La5xe1 21. Dd1xe1 wegen 21… Dd8xd3! nicht infrage kommen. Bei Weiß sind beide Türme angegriffen, so dass sich kein leichter Ausweg abzeichnet. Der Weltmeister hatte jedoch alles im Griff und spielte hier das verblüffende 20. Tc2xc6!!, nur um nach 20… La5xe1 mit 21. Tc6-c1! wieder den Rückzug anzutreten, was die Grundreihe absichert. Stattdessen hätte 21. Tc6-c5?? wegen 21… Le1xf2+! 22. Kg1xf2 d3xe2 ein böses Erwachen nach sich gezogen! Da der Grundreihe nun die Deckung fehlt, stünde Weiß nach dem erzwungenen 23. Dd1-e1 Dd8-b6 auf verlorenem Posten.

Nach seinem korrekten Rückzug wollte der Weltmeister aber nach 21… d3-d2 22. Tc1-b1 a7-a5 23. Sf4-d3 Dd8-g5 nicht etwa rasch auf e1 tauschen, sondern wählte 24. Sb3-c5! und spielte quasi um den schwarzen Läufer herum. Bei Karpovs Sieg im 34. Zug stand der Läufer übrigens immer noch auf e1 untätig herum! Das Pendelmanöver des weißen Turms mit der anschließenden Sicherungsverwahrung des feindlichen Läufers macht optisch einiges her.

 

187. Diemer – Heiling, Nürnberg 1984
Stellung nach dem 16. Zug von Schwarz

Der exzentrische Meister Emil Josef Diemer war immer für eine Überraschung gut, doch diese Partie schlug im Prinzip den Fass den Boden aus. Der Anziehende spielte hier nämlich 17. f4-f5? und stellte damit den bis heute gültigen Rekord mit den meisten konsekutiven Bauernzügen aus der Anfangsstellung heraus auf. Verständlicher ausgedrückt: Diemers Zug war der 17. Bauernzug im 17. Zug der Partie! Dass Schwarz danach eher schwach fortsetzte und auf f5 nahm anstatt kurz zu rochieren und auf Gewinn zu stehen, ist eine Sache. Die andere Sache ist, dass ein anderer Bauernzug, nämlich 17. b5-b6!, der Partie mit verteilten Chancen objektiv besser zu Gesicht gestanden hätte. Nach Heilings entgegenkommender Antwort 17… g6xf5?! brach Diemer den Bann der Bauernzüge mit 18. Dd1-h5+ und siegte im 45. Zug, obwohl er immer noch deutlich schlechter steht. In diesem Fall triumphierte jedoch die Spielstärke über die Objektivität. 

 

188. Suba – Portisch, Thessaloniki 1984
Stellung nach dem 20. Zug von Weiß

In einem riskanten Abspiel der Englischen Eröffnung hatte der rumänische Großmeister Mihai Suba die Entwicklung sträflich vernachlässigt und konnte in dieser Stellung allenfalls noch darauf hoffen, dass Schwarz hier die Damen tauschen und mit einem Mehrbauer weiterspielen würde. Der ungarische Großmeister hatte jedoch anderes im Sinn und entkorkte bei der Schacholympiade die sogenannte „Turmbombe von Thessaloniki“: nach 20… Td8-d1+!! war Weiß zur Aufgabe gezwungen, denn das Schlagen des dreisten Eindringlings mit dem Turm würde die Fesselung des Springers aufheben und Damenverlust nach sich ziehen. Das Schlagen mit dem König gestattet es dem Nachziehenden, auf c3 mit Schach zu schlagen und damit ebenfalls die Dame zu gewinnen. Wenn Weiß schließlich mit dem König nach e2 ausweicht, dann tauscht Schwarz die Damen und sackt anschließend den weißen Turm ein.

 

189. Sacks – Micayabas, Los Angeles 1984
Stellung nach dem 22. Zug von Schwarz

Zu einer unglaublichen Kombination zwischen zwei Amateuren kam es bei dieser Partie. Weiß setzte hier fort mit 23. Th4xh7!! und musste dabei eine ganze Menge Varianten berechnen. Er meisterte die Aufgabe jedoch mit Bravour und durfte seine korrekte Kombination aufs Brett zaubern. Es folgte: 23… Td8xd1+ 24. Kb1-a2 f7-f5 25. g5-g6 Le7-h4! (ein cleveres Räumungsopfer) 26. Th3xh4 Kg8-f8, woraufhin der Zug 27. Le3-g5! den Fluchtweg abschnitt. Nach 27… Kf8-e8 28. Th7xg7 Dc6-d6 29. Th4-h8+ Dd6-f8 30. Tg7-e7+ war der hochverdiente Sieg in trockenen Tüchern.

 

190. Lerner – Pigusov, Kharkiv 1985
Stellung nach dem 10. Zug von Weiß

Der sowjetische Großmeister Konstantin Lerner hatte sich absichtlich auf diese Abwicklung eingelassen, um nach dem erwartbaren Läufertausch auf d7 weiterhin alle positionellen Vorteile seiner Stellung zu genießen. Zu seiner Verblüffung antwortete der Nachziehende aber mit dem gänzlich unvorhergesehenen 10… Ke8-e7!!. Weiß hat nun nichts Besseres als 11. Dd3-e2, was Schwarz mit 11… Sb4xc2+! 12. De2xc2 Dd8-a5+ und Bauerngewinn beantwortete. Weiß hat wegen der gekünstelten schwarzen Königsstellung etwas Kompensation, aber im Sinne des Erfinders war dieses Abspiel mit Sicherheit nicht für den Anziehenden.
Sollten Sie jetzt denken, dass Weiß hier auf eine vergleichsweise primitive Falle hereingefallen war, so lassen sie sich gesagt, dass drei Jahre später kein Geringerer als der amtierende Weltmeister Garri Kasparov in einer Schnellpartie gegen Großmeister Miguel Illescas Cordoba auf dasselbe Abspiel hereinfiel und einen Bauer einbüßte. Pigusov erreichte im 39. Zug nur ein Remis, während der spanische Großmeister sogar trotz allem noch verlor!

 

191. Vyzhmanavin – Sorokin, Toljatti 1985
Stellung nach dem 20. Zug von Schwarz

In dieser für Weiß fraglos günstigen Stellung ließ Weiß eine unvergessliche Abwicklung vom Stapel, die ziemlich einmalig sein dürfte, selbst wenn sie strikt genommen nicht notwendig war. Dem Computer gefällt in dieser Stellung auch 21. Td1-c1, aber Weiß spielte 21. Se4-f6+!! und auf das mehr oder weniger erzwungene 21… g7xf6 opferte er spiegelverkehrt den zweiten Springer mit 22. Sd4-c6!!. Doch schön der Reihe nach: das erste Opfer kann Schwarz auf keinen Fall mit 21… Kg8-h8 ablehnen, da er nach 22. Sf6xh7! praktisch auf Verlust stünde. Nach 22… Lb7xg2 (oder 22… Kh8xh7 23. De2-h5+ Kh7-g8 24. Dh5-g5 mit baldigem Matt) 23. De2-h5 Kh8-g8 gewinnt Weiß mit 24. Sh7-f6+ Le7xf6 25. e5xf6 Lg2xf1 26. Td1xf1 e6-e5 27. f6xg7 gewinnt der Anziehende recht einfach. Deshalb nahm Schwarz das Opfer wie oben gesehen an, doch das zweite Springeropfer verfehlte seine Wirkung nicht. Objektiv stärker war zwar 22. e5xf6, aber nach dem Textzug hätte Schwarz 22… Sc5xb3 mit Überdeckung des schwarzen Springers auf b4 finden müssen, um sich erfolgreich zu verteidigen. Die für Schwarz beste, aber schwer zu findende Fortsetzung bestünde in 23. Sc6xe7+ Kg8-h8! mit verteilten Chancen. Er spielte jedoch stattdessen 22… Kg8-h8?! 23. e5xf6 Le7-d8 und stand nach 24. Tf1-f4 auf Verlust. Die Stellung bleibt für Menschen allerdings ausgesprochen komplex, denn der Anziehende verlor – wohl in Zeitnot – komplett den Faden und gewann erst im 80. Zug. Dennoch schwanken auch die Engines bei der Beurteilung dieser komplexen Stellung einige Male hin und her.

Was unterm Strich mit Sicherheit haften bleibt, ist jedenfalls das doppelte, schlichtweg einmalige symmetrische Springeropfer!

 

192. Hübner – Kasparov, Trainingsmatch, 1. Partie, Hamburg 1985
Stellung nach dem 12. Zug von Weiß

Wenn ein Dr. Robert Hübner am Brett zusammenzuckt, dann muss schon etwas Außergewöhnliches vorgefallen sein. Den nächsten Zug des zukünftigen Weltmeisters hatte er jedenfalls überhaupt nicht vorausgeahnt, doch damit hätte er sich sicherlich in guter Gesellschaft befunden. Der unaufhaltsame Kasparov spielte hier nämlich den Schocker 12… Sc5-e4!! und erlangte damit klaren Vorteil. Der Springer ist wegen des Damenschachs auf a5 tabu, doch andernfalls ist die Bedrohung gegen f2 ausgesprochen lästig für Weiß. Der Anziehende hat tatsächlich nichts Besseres als 13. Lf1-h3, da neben dem Schlagen auf f2 auch höchst unangenehm der Bauernzug nach c5 mit massiver Belästigung der weißen Dame droht. Auf den Partiezug ließ Kasparov 13… Dd8-a5+ 14. Ke1-f1 Sg4xf2 15. Lh3xe6 f7xe6 16. Sf4xe6 Ke8-d7! und war dem Gewinn damit bereits sehr nahe. Er siegte im 28. Zug.

 

193. Cordes – Miles, Bad Wörishofen 1985
Stellung nach dem 13. Zug von Schwarz

FIDE-Meister Hans-Jörg Cordes dürfte hier die berühmteste Partie seines Lebens gespielt haben: sie schaffte es sogar in den Informator, obwohl sie „nur“ beim international nicht so beachteten Open in Bad Wörishofen gespielt wurde. Die Art und Weise des Sieges und der Name des prominenten Gegners taten jedoch ihr Übriges: Anthony Miles hatte wie so oft schon in der Eröffnung ein totales Chaos angezettelt und musste nach dem nächsten weißen Zug eingestehen, dass dieser Schuss nach hinten losgegangen war. Bei Weiß hängen zwar zwei Figuren gleichzeitig, doch das hinderte ihn nicht daran, noch eine dritte zum Schlagen hinzustellen! Der Anziehende zog hier nämlich 14. Dd6-e5+!! und berechnete die anschließende Variante sehr ordentlich: nach 14… Ke8-f7 (das Nehmen der Dame verbot sich wegen des hübschen Matts auf d6) 15. Sf5-d6+ Kf7-g7 16. Sd6xb7 Sb8-c6 17. De5-d5 hatte Weiß eine gute Position, doch das stärkere 17. Lg5-h6+! Kg7xh6 18. De5-f4+ g6-g5 19. Df4-g4 Dd8-e7 20. h2-h4! wäre direkter gewesen. Es reichte aber auch so zum Sieg für den Anziehenden im 36. Zug.

 

194. Spassky – Seirawan, Montpellier 1985
Stellung nach dem 7. Zug von Schwarz

Seit Wilhelm Steinitz hatte es keinen Weltmeister mehr gegeben, der dem guten, alten Königsgambit so sehr die Treue hielt wie Boris Spassky. Auch dreizehn Jahre nach seiner Niederlage gegen Fischer hatte er nichts verlernt und vertraute dieser Waffe weiterhin regelmäßig. Hier beispielsweise überraschte er den amerikanischen Großmeister Yasser Seirawan mit dem Zug 8. Ke1-f2!!. Dadurch entfesselt der Exweltmeister seinen Springer auf unerwartete Weise, da 8… De7xe4? 9. Lf1-b5+ im nächsten Zug eine Fesselung der Dame auf der e-Linie gestattet oder nach 9… Ke8-d8 9. Th1-e1 eine Mattdrohung auf e8 den Wegzug der Dame verhindert. Seirawan erkannte die Gefahr natürlich und setzte mit 8… Lc8-g4 fort, doch nach dem einfachen 9. h4-h5 Sg6-h4 10. Lc1xf4 Sb8-c6 11. Lf1-b5 hatte Spassky alles im Griff und siegte im 32. Zug.

 

195. Korchnoi – Seirawan, Lugano 1986
Stellung nach dem 51. Zug von Schwarz

Am Beispiel von Freibauern lässt sich der relative Wert eines Bauern schön demonstieren. In dieser Stellung würden viele schwächere Spieler vermutlich keinen einfachen Weg finden, die schwarze Verteidigung zu durchbrechen, doch ein Viktor Korchnoi erspähte den entscheidenden Defekt in der schwarzen Stellung vermutlich schnell. Er spielte hier nämlich 52. a4-a5!! und gab nach dem erzwungenen 52… b6xa5 (sonst zieht der weiße Bauer nach a6) gleich mit 53. b5-b6! den nächsten Bauer preis. Nach 53… c7xb6 (ebenfalls nichts geändert hätte 53… Lc5xb6 wegen 54. d5-d6!) hatte Korchnoi sein Ziel erreicht und einen Freibauer mit 54. d5-d6 gebildet, der Schwarz den Läufer kosten wird. Nach 54… Tf7-g7 55. d6-d7 b6-b5 56. Dd8-c7 gab Seirawan auf.

 

196. Carton – Crawley, London 1986
Stellung nach dem 22. Zug von Weiß

Hier verblüffte der Schwarzspieler die Kiebitze, indem er unerwartet 22… Tf8xf3!! zog. Nach den weiteren Zügen 23. Dd1xf3 Te8xe4 24. Lc1-e3! schien es so, als hätte sich Schwarz verrechnet. Der Nachziehende hatte aber richtig erkannt, dass er erstaunlicherweise trotz eines Minusturms die Zeit für den stillen Zug 24… Lb7-c6!! hat, der die Lage klärt. Weiß steht tatsächlich auf Verlust – er versuchte noch 25. h4-h5, strich aber nach 25… Te4-g4 26. Te1-f1 Dg6-f6 die Segel.

 

197. Kosikov – Bezman, Sowjetunion 1986
Stellung nach dem 49. Zug von Schwarz

Was soll in dieser Stellung aus schwarzer Sicht schon noch schiefgehen? Der weiße f-Bauer hängt und ist nicht zu decken, so dass das Remis doch praktisch sicher sein sollte, oder? Weiß verblüffte hier jedoch seinen Gegner mit dem Zug 50. Tb2-f2!!, der die Ausrufezeichen allerdings nicht für seine objektive Stärke erhält, sondern dafür, dass er überhaupt spielbar ist und ihm eine geniale Idee zugrunde liegt. Hätte Schwarz nun einen kühlen Kopf bewahrt, dann hätte er sicherlich 50… Tb7-e7+! gefunden. Wenn Weiß darauf mit einem Königszug antwortet, dann spielt Schwarz den Turm nach e6 und greift den h-Bauer an. Sollte Weiß diesen dann mit einem Turmzug nach h2 decken, dann würde der schwarze Turm nach f6 schwenken und den f-Bauer vernichten. Pariert Weiß das Schachgebot dagegen, indem er den Turm dazwischen stellt, dann vernichtet Schwarz einfach den f-Bauer. Das Remis war somit immer noch möglich – wenn Schwarz nur erkannt hätte, dass er unbedingt seinen eingeklemmten Monarchen befreien musste.

Erstaunlicherweise ließ sich der Nachziehende, immerhin über 2400 ELO-Punkte schwer, aber auf den Zug 50… Tb7xb3?? ein – wohl in dem Glauben, dass sein Gegner soeben gepatzt hätte. Nach 51. Tf2-g2! Tb3-b1+ (oder 51… Sf8-g6 52. Tg2xg6!) 52. Ke1-f2 Tb1-b2+ 53. Kf2-g1 Tb2xg2+ hatte Schwarz den scheinbar rettenden Turmtausch erreicht, doch nach 54. Kg1xg2 dürfte es ihm plötzlich gedämmert haben, dass Schwarz trotz einer Mehrfigur vollkommen auf Verlust steht. Der in einen Kerker gesperrte schwarze König kann nicht ausbrechen, so dass Schwarz nur mit dem Springer hin- und herpendeln kann. Das gestattet Weiß, in aller Ruhe zuerst den schwarzen d-Bauer und dann seinen Kollegen auf der a-Linie zu verspeisen, worauf der weiße a-Bauer die Partie zugunsten des Anziehenden entscheidet. Schwarz gab vier Züge später auf.

 

198. Vetemaa – Shabalov, Haapsalu 1986
Stellung nach dem 20. Zug von Weiß

Den optisch ansprechendsten Zug seines Lebens dürfte Großmeister Alexander Shabalov in dieser Stellung ausgfeührt haben. Scheinbar ist die weiße Stellung hinreichend sicher, doch nach dem höchst ästhetischen 20… Dd7-b5!! erwies sich das als trügerische Illusion. Die doppelt angegriffene Dame darf angesichts des dann möglichen schwarzen Springerzugs nach b3 weder mit dem Läufer noch mit dem Springer geschlagen werden, da dann der weiße Läufer gefesselt wäre. Weiß versuchte in seiner Verzweiflung noch 21. Td1-d2, konnte aber nach 21… Sa4xc3! die schwarze Dame noch immer nicht schlagen. Da nun 22. Dd4xc3 Sc5-b3+! Haus und Hof kosten würde, stellte Weiß den aussichtslosen Widerstand hier ein.

 

199. Chandler – Zsu. Polgar, Biel 1987
Stellung nach dem 53. Zug von Schwarz

Einen der berühmtesten Patzer der Schachgeschichte leistete sich hier Großmeister Murray Chandler, der einer folgenschweren Halluzination erlag. Er zog hier 54. g5xh6+?? und hatte dabei berechnet, dass der schwarze König nach 54… Kg7xh6?? 55. Ke6-f7 nicht in die rettende Brettecke gelangen würde. Wie groß muss seine Überraschung gewesen sein, als seine Gegnerin das für ihn völlig unerwartete 54… Kg7-h8! zog und sofort die Brettecke mit Remis ansteuerte!? Anstelle des Patzers hätte 54. h2-h4 natürlich immer noch gute Gewinnaussichten versprochen.

 

200. Karpov – Kasparov, WM-Kampf, 5. Partie, Sevilla 1987
Stellung nach dem 37. Zug von Weiß

Garri Kasparov verteidigte seinen Weltmeistertitel 1987 nur hauchdünn mit einem Gesamtunentschieden nach 24 Partien. Einen der grässlichsten Patzer in seiner gesamten Karriere erlaubte er sich in dieser Stellung. Anstatt mit 37… Dd7-c6 den Tatsachen ins Auge zu sehen und sich auf die angesichts eines glatten Minusbauern schwierige Verteidigung der wenig atttraktiven schwarzen Stellung einzustellen, spielte er in Zeitnot stattdessen 37… Tc1-a1?? und versuchte damit, den weißen Turm von der Deckung des Feldes g4 abzulenken, um dort mattzusetzen. Leider scheitert diese Idee kläglich an Karpovs ziemlich offensichtlicher Antwort 38. Da6xg6+, worauf das kritische Feld g4 gedeckt bleibt und der schwarze Turm ersatzlos verloren geht. Kasparov gab daher umgehend auf.